Dekorationsverfahren im Vergleich

Heisspräge-, Tampondruck- und Siebdruckvorgang im Überblick

Bildqualität

Vergleich der verschiedenen Verfahren hinsichtlich Bildqualität und Beständigkeit

Vergleich Bildqualität verschiedener Dekorationsverfahren
Kriterium Prägefolien Bildfolienprägen Tampondruck Siebdruck
Bild einfarbig Exzellent Exzellent Gut Exzellent
Bild mehrfarbig Gut Exzellent Gut Exzellent
Bild 4-farbig Nicht möglich Exzellent Genügend Exzellent
Deckkraft Exzellent Exzellent Schlecht Exzellent
Kratzfestigkeit Exzellent Exzellent Genügend Genügend
Chem. Beständigkeit Gut Gut Genügend Gut
Metallische Effekte Exzellent Gut Schlecht Schlecht
Holz / Stein / Hologramm Exzellent Gut Nicht möglich Nicht möglich

Produktion

Vergleich der verschiedenen Verfahren hinsichtlich Produktionsaspekte und Wirtschaftlichkeit

Vergleich Produktionsaspekte verschiedener Dekorationsverfahren
Kriterium Heissprägen Bildfolienprägen Tampondruck Siebdruck
Bediener*in Ungelernt Ungelernt Fachkraft Fachkraft
Einrichter*in Angelernt Angelernt Fachkraft Fachkraft
Reinigung Keine Keine Schmutzig / Zeitraubend Schmutzig
Farben / Solvent Nein Nein Ja Ja
Trocken / Nassprozess Trocken Trocken Nass / Trocknungszeit Nass / Trocknungszeit
Geruchsbelästigung Keine Keine Ja Ja
Oberflächenbehandlung Keine Keine Oft Oft
Spez. Entsorgung Keine Keine Ja Ja
Maschinenauslastung 95 % 95 % 80 % 80 %
Div. Geometrien Gut Gut Exzellent Genügend
Kosten pro Bild Niedrig Niedrig Mittel Mittel

Details der Druckvorgänge

Detaillierte Beschreibung der verschiedenen Präge- und Druckverfahren

Heissprägevorgang

Zur Herstellung einer Heissprägung wird eine Prägemaschine, Prägestempel, Teileaufnahme und Prägefolie eingesetzt. Ein geheizter Prägestempel überträgt die Stempelkontur auf das zu dekorierende Teil mittels Druck auf die Prägefolie und das Werkstück. Dabei ist das Zusammenspiel von Temperatur, Druck und Prägezeit enorm wichtig.

Die verschiedenen Betriebsmittel werden nach folgenden Kriterien selektioniert:

Prägemaschine

  • Grösse der Dekoration und die daraus resultierende Presskraft
  • Form der zu dekorierenden Oberfläche (flach, leicht verformt, oval, zylindrisch)
  • Einfarbige oder mehrfarbige Dekoration
  • Geforderte Kapazität
  • Manuelle oder automatische Beladung

Prägestempel

  • Oberfläche des zu dekorierenden Teils (flach, uneben, Masstoleranz, etc)
  • Teilematerial
  • Prägemaschinentyp
  • Teilevolumen

Prägefolie

  • Teilematerial
  • Art der Dekoration (matt, glanz, metallisch, Anzahl Farben)
  • Prägeverfahren (Hubprägen, Abrollprägen)
  • Art des Bildes (feine Linien oder vollflächige Sujets)

Bildfolienprägen

Das Prägen mit Bildfolien ist ähnlich wie mit Heissprägefolien. Die Bilder werden mittels einer Heissprägemaschine auf das zu dekorierende Teil aufgebracht. Um das Bilddekor genau zu positionieren, ist die Heissprägemaschine mit einem Sensor und Bildfolienvorschub (Webtrak) auszurüsten.

Mittels Druck und Temperatur während einer bestimmten Zeit wird das Bilddekor auf das Teil übertragen. Geprägt wird ausschliesslich mit Silikonstempel. Der Silikonstempel ist vollflächig und etwas grösser als die Bildkontur.

Bildfolienprägevorgang

Heissprägen und Bildfolienprägen

Vorteile

Umgebung

Umgebungsfaktoren haben keinen Einfluss auf Prägequalität.

Mehrere Farben in einem Prägezyklus

Bildprägefolien sind mehrfarbig gedruckte Bilder, die in einem Prägezyklus auf das Produkt übertragen werden.

Trockene Dekorationsmethode

Farbmischungen oder Reinigungsmittel wie Solvent und Verdünner werden nicht benötigt und sind auch nicht zu lagern. Es kann problemlos an der Spritzmaschine geprägt werden.

Diverse Materialien

Nebst vielen Kunststoffen ist auch Holz, Papier, Textilien, Kartons, lackierte Metalle und Glas dekorationsfähig.

Verschiedene Dekorationsdesigns

Heissprägen ist nicht nur eine Dekorationsmethode, wo metallisch glänzende Gold und Silber Bilder produziert werden. Folien werden auch in glanz und matt pigmentierten Farben, Holzstrukturen, gebürsteten Effekte und Chrom für Aussenanwendungen hergestellt.

Nachteile

Bei der Berührung des Produktes wird ein grosser Druck aufgebaut.

Bei kleinen Stückzahlen können andere Dekorationsverfahren wirtschaftlicher sein.

Stark verformte Oberflächen sind schwierig oder gar nicht dekorierbar.

Tampondruckvorgang

Ein Klischee trägt ein tiefer liegendes Druckbild das meistens durch einen Ätzvorgang erstellt wird. Ein Rakel drückt die Farbe in das tiefer liegende Druckbild und rakelt die überschüssige Farbe sauber ab. Zeitgleich mit dem Rakelvorgang bewegt sich ein Tampon aus Silikon-Kautschuk vom Druckgut zur Form. Der Tampon wird über das Klischee abgesenkt und übernimmt so das Druckbild. Der Tampondruck ist demnach ein indirektes Druckverfahren. Anschließend hebt der Tampon ab und fährt zum Bedruckstoff.

Dort senkt sich der Tampon und passt sich der Teileform an. Der Tampon nimmt aufgrund seiner Elastizität die Form des zu bedruckenden Körpers an und kann so ideal das Motiv auf den Bedruckstoff übertragen. Das Druckbild wird auf den Druckkörper übertragen. Die Farbübertragung auf das Produkt liegt auf Grund des Silikonöls im Tampon bei annähernd 100%.

Anwendungen

Der Tampondruck kann auf Grund seiner Anpassungsfähigkeit beim Druck auf alle erdenklichen Formen und Materialien eingesetzt werden. In der Werbemittelbranche wird diese Drucktechnik besonders oft angewandt, da viele Werbeartikel keine ebene Oberfläche aufweisen.

Vorteile

Stark geformte Oberflächen sind dekorationsfähig

Ein- oder mehrfarbige Bilder möglich

Kleine Stückzahlen sind günstig herzustellen

Verschiedene Materialien bedruckbar

Wenig Druck auf die Teileoberfläche

Nachteile

Flüssiges Bedruckungsverfahren das Trocknungszeit benötigt

Umgebungseinflüsse ergeben Schwankungen bei der Druckqualität

Geruchsimmissionen durch Solvent und Farben

Siebdruckvorgang

Der Siebdruck ist ein Druckverfahren, bei dem die Druckfarbe mit einem Schaber durch ein feinmaschiges Gewebe (Sieb) hindurch auf das zu bedruckende Material gedruckt wird. An denjenigen Stellen des Gewebes, wo dem Bildmotiv entsprechend keine Farbe gedruckt werden soll, sind die Maschenöffnungen des Gewebes durch eine Schablone farbundurchlässig gemacht worden.

Anwendungen

Im Siebdruckverfahren ist es möglich, viele verschiedene Materialien zu bedrucken, sowohl flache (Folien, Platten etc.) als auch geformte (Flaschen, Gerätegehäuse etc.). Dazu werden je nach Material spezielle Druckfarben eingesetzt. Hauptsächlich werden Papiererzeugnisse, Kunststoffe, Textilien, Keramik, Metall, Holz und Glas bedruckt.

Bildfolienherstellung

Vorteile

Hohe Farbschichtdicken durch variable Gewebefeinheiten

Viele verschiedene Materialien bedruckbar

Sowohl flache als auch geformte Oberflächen möglich

Ideal für Werbung, Textil- und Keramikdruck

Nachteile

Nur flache Ebenen oder zylindrische Formen bedruckbar

Trocknungszeit wird immer benötigt

Räume müssen sauber und staubfrei sein

Pro Durchgang wird nur eine Farbe aufgetragen

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